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Dolores Kummer
Rostock
Die 99 Besonderheiten der Stadt
Reiseführer

160 S., Br., 135 x 205 mm, Farbabb.
ISBN 978-3-95462-629-8

Erschienen: Januar 2016

Strand Warnemünde

Strand Warnemünde

Dolores Kummer

Baden gehen – was sonst!

Kommt man im Sommer am Bahnhof Warnemünde an, muss man nicht lange suchen. Die Menschen strömen am Alten Strom entlang zum Meer. Insgesamt 15 Kilometer lang erstreckt sich der Badestrand von Wilhelmshöhe bis hinter Markgrafenheide. Zu neunzig Prozent ist es ein feinsandiger Strand, der über vierzig Meter flach ins Meer geht, ideal also für Kleinkinder. An manchen Stellen, wie am Leuchtturm, ist er über 150 Meter breit. FKK-Strände sind zwischen der Hohen Düne bis nach Markgrafenheide und im Bereich Wilhelmshöhe. Warnemünde ist die Badewanne der Rostocker.

Wenn es richtig heiß wird, rückt man recht unkompliziert zusammen. Zwischen Hotel Neptun und Leuchtturm ist dann kein Plätzchen mehr frei. Bereits im Jahre 1817 kamen die ersten Badegäste nach Warnemünde. 1834 gab es bereits ein Badehaus mit sechs Badekabinen, wo Schwefel-, Regen- und Sturzbäder verabreicht wurden, weiterhin ein Damen- und ein Herrenbad, streng nach Geschlechtern getrennt. 1882 erfand der Großherzogliche Hofkorbmacher Wilhelm Bartelmann den Strandkorb in Warnemünde. Auf Wunsch einer einzelnen Dame, die an Rheuma litt, fertigte er einen halbrunden, hohen Strandstuhl, der gegen Wind schützen sollte. Dieser Stuhl sorgte für großes Aufsehen und bald konnte sich der Korbmacher vor Aufträgen nicht retten. Schon ein Jahr später fertigte er Kinderstühle und einen Doppelstrandstuhl, den er Strandkorb nannte. Am Leuchtturm 10 eröffnete er seinen ersten Strandkorbverleih.

So leer bleiben die Strandkörbe im Sommer ganz gewiss nicht
So leer bleiben die Strandkörbe im Sommer ganz gewiss nicht

Patentieren ließ er sich das gute Stück leider nicht. Sein Sohn Max Bartelmann gründete ein eigenes Geschäft in Kühlungsborn-West, das es bis gibt, nun in vierter Generation. Wenn die Wetterprognose heute gut ist, sollte man früh aufstehen, um einen Strandkorb zu ergattern. Der Rest der Gäste macht es sich in mitgebrachten Strandmuscheln oder einfach auf dem Badehandtuch bequem. Für gastronomische Versorgung ist gut gesorgt. Badegäste zwischen Hohe Düne und Markgrafenheide finden einen nicht ganz so vollen Strand vor, sollten aber ein Lunchpaket nicht vergessen. Bello darf im Sommer nur auf ausgewiesene Hundestrände. Wer mit dem Auto anreist, sollte bis 11 Uhr einen Parkplatz gefunden haben, sonst geht nichts mehr, auch nicht in den Parkhäusern von Warnemünde, wo eine Tageskarte zwischen 12 und 20 Euro kostet. Also lieber gleich die Bahn nehmen.

Warnemünde hat einen breiten Sandstrand
Warnemünde hat einen breiten Sandstrand

Also lieber gleich die Bahn nehmen. Die Wasserqualität in Rostock ist gut bis sehr gut; mehrfach erhielten Warnemünde, die Hohe Düne und Markgrafenheide die „Blaue Fahne“, die nicht nur für hervorragende Wasserqualität, sondern auch für Service, Sicherheit und Umweltverhalten am Strand steht. So hat man in einem Pilotprojekt auch versucht, zwei „rauch­freie Strandzonen“ einzurichten, gelungen ist das bisher jedoch noch nicht, weil zwar Schilder aufgestellt wurden, die Raucher aber niemand kontrolliert. Vorbildlich jedoch funktioniert die Abfallbeseitigung. Im Bereich des Seebads Warnemünde fin­det man einen besonders sauberen Strand. Zu loben sind auch die barrierefreien Zugänge und die Ausleihmöglichkeit eines Baderollstuhles. Ein extra Surferstrand und die Sportarena bie­ten Sportfans viel Abwechslung.

Strand Warnemünde

bewachter Textilstrand (FKK ab Höhe „Haus Undine“)

www.wasserwacht-rostock.de

Mit der S-Bahn an den Strand

23 Min. vom Hauptbahnhof bis zur Endhaltestelle in Warnemünde; von dort aus 15 Min. zu Fuß über die Flaniermeile Alter Strom bis zum Strand


Strandoase Treichel

Tel.: 0381 4405435

www.strand-warnemuende.de

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Textquelle:

Kummer, Dolores: "Rostock - Die 99 besonderen Seiten der Stadt" mdv Mitteldeutscher Verlag GmbH Halle, 2016 ISBN: 978-3-95462-629-8

Bildquellen:

Fotos von Dolores Kummer

Strand Warnemünde


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