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Frank Meyer

Raum 101
Erzählungen über Männer

Von dem Konflikt mit dem Vater beim Froschschenkeljagen, den abenteuerlichen Gefühlen einer Kinderliebe, den bleibenden Momenten mit dem besten Freund, die erschütternden Erlebnisse beim Bund...teils einfühlsam, teils derb erzählen die Geschichten dieser Sammlung, wie Jungen und Männer sich in verschiedenen Lebensabschnitten bewähren... oder wie sie versagen. 

Die Steintorvorstadt von Rostock

Die Steintorvorstadt von Rostock

Dörte Suhling

Eine von ursprünglich drei Vorstädten der Hansestadt

Das Steintor, neben dem Kröpeliner Tor eines der bekanntesten Wahrzeichen von Rostock, ist gleichzeitig Namensgeber für eine der beiden Ansiedlungen, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts vor der mittelalterlichen Stadtmauer der damals stetig wachsenden Hansestadt bildeten – der Steintorvorstadt.

Der damals wie heute sehr beliebte Rostocker Stadtteil umfasst das Gelände vor dem Steintor rund um die Ausfallstraße in Richtung Güstrow, aber auch das Bahnhofviertel, das allerdings erst kurz nach Beginn des 20. Jahrhundert als planmäßige Stadtanlage errichtet worden ist.

Vor den Toren der Stadt

Die Vorstädte von Hansestadt Rostock entstanden vor den drei Toren, die zu den großen Ausfahrstraßen der Hansestadt gerichtet sind. Davon gab es ursprünglich drei: das Kröpeliner Tor mit der Kröpeliner Tor-Vorstadt an der Straße nach Westen Richtung Wismar und Lübeck, das Steintor mit der Steintorvorstadt an der Hauptstraße, die in Richtung Süden nach Güstrow führt, und das Petritor, das an der Straße in Richtung Osten nach Stralsund lag, mit der Petrivorstadt, die es beide heute so nicht mehr gibt.

Vorstadt mit eigenem Charakter

Jede der entstandenen Vorstädte hat ihr eigenes Flair und wird durch die Bebauung sowie die hier lebenden Menschen charakterisiert. Im Gegensatz zur Kröpeliner-Tor-Vorstadt, deren mehrgeschossige Wohnhäuser ursprünglich für Kleinbürger, Arbeiter oder kleinere Gewerbe und Handwerksbetriebe gedacht waren und die sich heute zu einem Szeneviertel überwiegend für Studenten entwickelt hat, finden sich im jüngeren Teil der Steintorvorstadt, dem Bahnhofsviertel, eine großzügige, bürgerliche Villenbebauung, die für eine, maximal zwei Familien konzipiert waren.

Auch der ältere Teil der Steintorvorstadt ist durch eine Bebauung mit großen, villenartigen Gebäuden gekennzeichnet. Einer der schönsten Villen der Steintorvorstadt ist das Gebäude in der Ernst-Barlach-Straße 1-3. Es ist direkt vor dem Steintor gelegen und heute Hauptsitz der IHK zu Rostock.

Das erste Gebäude der Steintorvorstadt

Noch bevor um 1850 die ersten Villen der Steintorvorstadt entstanden, wurde der Wasserturm erbaut, der die Entwicklung des neuen Rostocker Stadtteils maßgeblich prägte. Der auf dem Galgenberg errichtete Wasserturm war Basis für die Wasserversorgung der gesamten Stadt. Hier wurde das Wasser aus der Warnow entnommen und hochgepumpt. Mit dem daneben liegenden Schlachthof zählt ein weiterer Versorgungsbau zu den ersten Gebäuden, die in der neuen Steintorvorstadt um 1900 entstanden und für die erforderliche Infrastruktur in der Vorstadt sorgten.

Stadtviertel für gut betuchte Bürger

In der Steintorvorstadt lebten zum überwiegenden Teil die reichen und mächtigen Bürger der Hansestadt. Wer etwas auf sich hielt und es sich auch leisten konnte, zog in eine der großbürgerlichen Villen um den Schillerplatz oder am Steintor. Reeder, Kaufleute und Politiker der damaligen Zeit wohnten und lebten mit Vorliebe im Bahnhofsviertel in Wohnungen mit mehreren 100 Quadratmetern Wohnfläche und dem Garten direkt am Haus.

Hauptgrund der Beliebtheit der Steintorvorstadt war und ist die gute Lage des Stadtviertels. Das Zentrum der Hansestadt, aber auch der Bahnhof ist von hier aus fußläufig in wenigen Minuten erreichbar. Der Bahnhof und die sich entwickelnde Eisenbahn als ein neues und modernes Verkehrsmittel verkörperte Fortschritt und waren damals besonders anziehend. Auch in anderen Hansestädten wie Hamburg oder Stralsund entstanden in der Nähe der Bahnhöfe die großen Villenviertel, die von den gut betuchten Bürgern der Stadt bewohnt wurden.

Verschiedene Baustile

Die Villen der Steinvorstadt wurden in unterschiedlichen architektonischen Stil errichtet. Während Ende des 19. Jahrhunderts die Gebäude vorwiegend der Neorenaissance zuzuordnen waren, finden sich am Schillerplatz überwiegend Bauten mit Jugendstilelementen. Anfang des 20. Jahrhunderts hielt auch der moderne, eher schlichte und sachliche Baustil Einzug in die Steintorvorstadt.

Die Steintorvorstadt heute

Auch heute noch zählt die nach dem Steintor benannte Vorstadt zu den beliebtesten und ruhigen Wohnvierteln der Hansestadt. Die Klientel der hier lebenden Bevölkerung hat sich dabei nicht grundlegend geändert. Nach wie vor ist dies Viertel den besserverdienenden Rostocker Einwohnern vorbehalten. Rechtsanwälte, Ärzte, Architekten oder Ingenieurbüros haben sich hier niedergelassen. Die gründerzeitliche Villenarchitektur der Steintorvorstadt gehört heute zu den denkmalgeschützten Bereichen der Hansestadt Rostock.

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Bildquelle:

St. Georg Straße in der Rostocker Steintor-Vorstadt, fotograffiert vom Leibnitzplatz aus. Urheber: M.Meißer - via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Die Steintorvorstadt von Rostock


18055 Rostock

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