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Weihnachten bei Familie Luther

Christoph Werner

Luthers jüngster Sohn erzählt vom Christfest

Paul Luther, der jüngste Spross der Lutherfamilie, gewährt dem Leser Einblick in sein Leben und das seiner Familie.
Er berichtet von seiner Kindheit in Wittenberg und der Krankheit seines Vaters, von seiner Verwicklung, die ihm als Leibarzt widerfuhren, und von den Intrigen am Gothaer Hof. Reichlich illustriert öffnen sie dem Leser die Tür zur Weihnachtsstube der Familie Luther.

John Brinckman

John Brinckman

Dörte Suhling

Einer der bedeutendsten niederdeutschen Schriftsteller

Zu den bedeutenden Schriftstellern, die ihre Werke in ihrer niederdeutschen Muttersprache verfassten, zählt neben Klaus Groth (1819–1899) und Fritz Reuter (1810–1874) insbesondere der in der Hansestadt Rostock geborene John Brinckman. Ihn zu Ehren wurde in seiner Heimatstadt Rostock nicht nur ein Brunnen und eine Straße, sondern mit dem Brinckmansdorf ein ganzer Stadtteil benannt.

Kindheit und Schulzeit des Schriftstellers

John Frederik Brinckman wurde am 3. Juli 1814 als zweitältester Sohn der Familie geboren. John Brinckman hatte insgesamt acht Geschwister, jeweils vier Schwestern und Brüder. Der Vater, der Kapitän Caspar Christoph Michael Brinckman (1786–1824), führte ein erfolgreiches Seehandelsunternehmen. Schon im Alter von nur zehn Jahren verlor John seinen Vater, dessen Schiff 1824 vor Jütland sank.

Im selben Jahr begann John Brinckmans gymnasiale Ausbildung in der Großen Stadtschule in Rostock, wo er zehn Jahre später das Abitur ablegte. Gleich im Anschluss ließ sich John Brinckman als Student an der juristischen Fakultät der Universität Rostock immatrikulieren. Schon bald zog es den jungen Brinckman zur Philosophie, der Geschichte und den modernen Sprachen, und er wechselte die Studienrichtung

Erste schriftstellerische und politische Aktivitäten

Im Jahr 1835 trat der inzwischen 21-jährige Brinckman dem Corps Vandalia, der ältesten Studentengemeinschaft der Universität Rostock, bei. In diese Zeit fielen auch die ersten schriftstellerischen Versuche des jungen Brinckman. Er veröffentliche erste Verse in der Zeitschrift „Baltische Blüten“.

Seine politischen Aktivitäten nahmen zu. 1838 wurde er wegen versuchten Hochverrates bei der Gründung einer Studentenvereinigung vom Oberappellationsgericht in Rostock verurteilt, drei Monate später jedoch von Großherzog Paul Friedrich (1800–1842) Anfang 1839 begnadigt. Sein Studium jedoch durfte er nicht beenden. Eines seiner ersten Werke war das Epos „Die Legende vom Heiligen Damm“

Brinckman-Brunnen Rostock (2009 gestohlen)
Brinckman-Brunnen Rostock (2009 gestohlen)

Ausreise nach Amerika und Rückkehr nach Mecklenburg

Ende 1839 verließ Brinckman seine Heimat und reiste über Hamburg nach New York. Dort lebte er bei seinem jüngeren Bruder Michael und arbeitete weiter als Schriftsteller. Hier entstand das New Yorker Album , eine Sammlung von eigenen Gedichten, die Brinckman ins Englische übersetzte.

Im Dezember 1841 kam er wieder zurück nach Mecklenburg. Vorübergehend wohnte er bei einem Freund, der Pastor in Lohmen bei Güstrow war. Von 1842 bis 1844 arbeitete Brinckman als Hauslehrer auf einem Gut bei Neukahlen. Hier entstand auch sein Mecklenburgisches Album, das 1843 veröffentlicht wurde. Die Erlöse dieses Werkes kamen den Opfern des Hamburger Stadtbrandes zugute. Im selben Jahr erschienen auch erste Artikel Brinckmans im Schweriner „Freimüthigen Abendblatt“.

Im Oktober 1844 nahm John Brinckman die Stelle des Hauslehrers im Kloster Dobbertin bei Goldberg an. Dort lernte er seine spätere Frau Elise Burmeister (1821–1904) kennen. 1846 heirateten sie und gründeten eine Familie.

Die Zeit zwischen den großen Kriegen des 19. Jahrhunderts

John Brinckman lebte in der Zeit zwischen den 1815 beendeten Befreiungskriegen und dem Deutsch-Französischem Krieg von 1870/71. Während der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848 gehörte John Brinckman in Goldberg der Wahlkommission für die Frankfurter Nationalversammlung an. Für das in Hamburg erschienene „Jahrbuch für alle Stände“ schrieb er die „Neue Mecklenburgischen Lieder“, eine Satire auf das Leben in der mecklenburgischen Provinz.

Neuer Lebensmittelpunkt Güstrow

1849 entzog sich Brinckman endgültig der Enge der Provinz und zog mit seiner Familie nach Güstrow. Dort arbeitete er aushilfsweise als Hilfslehrer und verbrachte die Sommer weiter regelmäßig in Warnemünde.

1854 erschienen im Güstrower Verlag „Opitz & Co“ sein erstes großes Werk „Dat Brüden geiht üm“ und kurz darauf die erste Fassung von „Kasper Ohm un ick“. Auch von dem politischen Flugblatt mit dem Titel „Hastehabendspredigt für Johann, de nah Amerika führ will“ wurde vom Verlag in Güstrow veröffentlicht. 1859 erschein sein Werk „Vagel Griep“. Bei der Leopold‘schen Universitätsbuchhandlung Ernst Kuhn in Rostock erschienen ab 1868 die 2. Fassung von „Kasper Ohm un ick“, „Peter Lorenz bi Abukir“ und „Uns Herrgott up Reisen“

Ab 1856 war John Brinckman, inzwischen als Lehrer festangestellt, Mitglied des Güstrower Bürgerausschusses und setzte sich zwischen 1856 und 1862 als Abgeordneter für bessere Schulverhältnisse und vor allem für die Abschaffung der Prügelstrafe in der Schule und eine Bildung für alle ein.

Schriftsteller mit dem Ohr am Volk

John Brinckman wird auch heute noch für seine realistischen Werke und sein politisches Engagement verehrt. In all seinen Werken beschreibt er auch in diesem Buch sehr realistisch die sozialen Missstände in Mecklenburg. Seine Figuren erzählen auf eine sehr lebendige Weise und in niederdeutscher Sprache aus der Welt der Seefahrer und Schiffbauer. Seine Lyrik spiegelt das Landleben auf eine sehr erfrischende Weise wieder.

Mit nur 56 Jahren verstarb Jon Brinckman am 10. September 1870 in Güstrow. Den großen Erfolg seiner Werke hat Brinckman aber hauptsächlich seiner Frau Elise zu verdanken. Sie veröffentlichte nach seinem Tode weitere Werke des Schriftstellers, wie z. B. „Höger up“, „Mottje Spinkus un de Pelz“ oder „De Generalrede“. 1990 wurde in Hamburg die John-Brinckman-Gesellschaft mit heutigem Sitz in Güstrow gegründet, die sich um den Nachlass und das Andenken des großen niederdeutschen Schriftstellers kümmert.

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Bildquellen:

John Brinckman, Urheber Unbekannt, gemeinfrei

Brinckman-Brunnen Rostock (2009 gestohlen) Von Ruchhöft-Plau - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10...