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Johannes E. R. Berthold
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Stettiner Haff

Stettiner Haff

Dörte Suhling

Kleines „Meer“ im Rücken der Ostsee

Ganz im Nordosten Deutschlands findet sich eine traumhafte Wasserlandschaft, ein kleines „Meer“ im Rücken der Ostsee, das größer und wasserreicher ist als der Bodensee, Deutschlands größter See, ein Paradies für Segler und andere Wassersportler: das Stettiner Haff, oft auch Oder- oder Pommersches Haff genannt. Im Norden durch die Inseln Usedom und Wollin von der Ostsee getrennt, ist das Stettiner Haff mit einer Fläche von etwa 903 km2 nach dem Kurischem Haff in Litauen das zweitgrößte Küstengewässer des Binnenmeeres.

Die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Polen, die fast mittig in Nord-Süd-Richtung durch das Gewässer verläuft, teilt dieses in einen etwas kleineren westlichen Teil auf der deutschen Seite, das Kleine Haff, und in das östlich gelegene Große Haff auf der Seite Polens. Das Südufer des Stettiner Haffs gehört zur wirtschaftlich bedeutenden Metropolregion Stettin.

Viel, viel Wasser

Stettiner Haff
Stettiner Haff

Gespeist wird das Stettiner Haff von den Flüssen Oder, Peene, Uecker und Zarow und verschiedenen Entwässerungsgräben. Über den Peenestrom und die Flüsse Swine und Dziwna ist das Haff direkt mit der Ostsee verbunden, weswegen das Gewässer auch als Haff und eben nicht als See bezeichnet wird. Ähnlich wie das Wasser der Ostsee ist auch das Haffwasser nur sehr leicht salzig.

Bei einer durchschnittlichen Tiefe von weniger als vier Metern und vorwiegend flachen, teilweise mit Schilf bewachsenen Küstenbereichen bietet das Stettiner Haff allen Wassersportlern sehr gute Bedingungen. Bislang allerdings gilt die Wasserregion zwischen Deutschland und Polen noch als ein Geheimtipp. Steilküsten finden sich nur an wenigen Stellen im Stettiner Haff, so z. B. am Repziner Haken bei Altwarp oder in der näheren Umgebung von Kamminke, einem der ältesten Fischerdörfer auf der Insel Usedom.

Die Stadt Ueckermünde – touristisches Zentrum am Stettiner Haff

Am Südufer des Kleinen Haffs gelegen, bildet die Hafenstadt Ueckermünde das Zentrum des touristischen Betriebs am Stettiner Haff. Die gute Mischung zwischen Badeort und Stadt mit maritimer Atmosphäre und lebendiger Geschichte, die sich u. a. in einer vielfältigen Auswahl an Freizeitangeboten mit eigenem Tierpark, einem breiten Sandstrand sowie geschichtsträchtigen Bauwerken wie dem ehemaligen pommerschen Herzogsschloss ausdrückt, bietet in Ueckermünde ideale Voraussetzungen für einen beliebten Urlaubsort. Seit 2001 als Erholungsort staatlich anerkannt, darf Ueckermünde seit 2013 ganz offiziell den Titel „Seebad“ führen.

Naturpark „Am Stettiner Haff“

Der Naturpark „Am Stettiner Haff“, einer von insgesamt sieben Naturparks in Mecklenburg-Vorpommern, ist insbesondere durch die stellenweise noch unverbaute Haffküste mit ursprünglichen Haffwiesen und weiten Buchen- und Mischwäldern gekennzeichnet. Er umfasst die während der letzten Eiszeit, dem Weichselglazial, entstandenen Gebiete rund um Ueckermünde mit der Ueckermünder Heide, wo magere Sandböden dominieren, die Niederungen von Uecker und Randow mit Niedermoorflächen sowie die Brohmer Berge.

Der Naturpark ist relativ reliefarm, es überwiegen Grundmoränen mit Eisrandlagen, Oser und kleinere Täler und Becken. Das sich hier zum Ende des Glazials stauende Schmelzwasser der nur langsam abschmelzenden Eismassen bildeten das Haff.

Der Anfang 2005 gegründete Naturpark gehört zu den jüngsten Parks in Mecklenburg-Vorpommern. Von der knapp 54 000 Hektar großen Fläche des Naturparks ist etwa die Hälfte als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, rund 8 Prozent der Parkfläche stehen unter Naturschutz. Die Verwaltung des Naturparks hat ihren Sitz seit 2012 in Eggesin. Im dortigen Informationszentrum können Besucher in einer interaktiven Ausstellung die Besonderheiten von Flora und Fauna im Naturpark erleben.

Ukranenland bei Torgelow

Mitten im Naturpark „Am Stettiner Haff“ bei Torgelow liegt das Ukranenland. In dieser musealen Einrichtung wurden originalgetreu die im 9. und 10. Jahrhundert von Slawen bewohnten Block-, Bohlen- und Flechtwandhäuser, aber auch Handwerksstätten und Schiffe der damaligen Zeit nach archäologischen Funden errichtet.

Besucher können historische Handwerker wie z. B. den Bronzegießern, Schmieden oder Töpfern bei ihrer Arbeit beobachten, das restaurierte Slawenschiff beim Einlaufen beobachten oder frisch gebackenes Brot aus dem Lehmofen genießen. Wer sich traut, kann sich beim Flechten, Schnitzen, Filzen oder Brettchen weben auch mal selbst probieren. Alles wie vor über tausend Jahren.

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Bildquellen:

Vorschaubild: Polski: Zalew Szczeciński, zachodni brzeg w tle wyspa Chełminek, (Województwo zachodniopomorskie), Polska Von Mateusz War. - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=68...

Polski: Zalew Szczeciński, zachodni brzeg w tle Puszcza Wkrzańska, (Województwo zachodniopomorskie), Polska Von Mateusz War. - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=68...

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