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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

„De Urgeschicht‘ von Mecklenborg, Irstes Kapitel“

„De Urgeschicht‘ von Mecklenborg, Irstes Kapitel“

Anette Huber-Kemmesies

Der Landesteil Mecklenburg ist gemeinhin für seine Seen bekannt. Die Müritz ist nicht nur der größte See der Mecklenburger Seenplatte, sondern auch der größte See, der vollständig in Deutschland liegt, denn Gebiete des Bodensees gehören auch zur Schweiz und zu Österreich. Kein Wunder also, dass die Slawen die Müritz „morcze" tauften, was so viel wie großes Meer bedeutet.

Die Mecklenburger Landschaft wird aber auch zu großen Teilen von den Küstengebieten der Ostsee bestimmt. Malerische Dünenlandschaften umgeben von dichten Küstenwäldern mit ihren typischen Windflüchtern gehören ebenso zum Mecklenburger Land. Kein Wunder also, dass Fritz Reuter die Schöpfung der Welt in Mecklenburg ansiedelt. Der Niederdeutsche Dichter - er stammt aus Stavenhagen nahe der Mecklenburger Seenplatte - schätzte die Landschaft Mecklenburgs als paradiesischen Ort. In 13 Kapiteln erzählt Reuter von der Schönheit des Mecklenburger Landes und seiner Geschichte. Der Länge wegen, soll hier nur das Erste Kapitel gezeigt werden. Wer aber den vollständigen Text nachlesen möchte, kann dies unter http://hiddensee-see-n-sucht.de/de-urgeschicht-von-meckelnborg.htm tun.

De Urgeschicht‘ von Mecklenborg, Irstes Kapitel

(Fritz Reuter, 1874)

As uns Herrgoot de Welt erschaffen ded,
fung hei bi Mecklenborg an,
un tworsten von de Ostseesid her,
un mackte dat eigenhändig farig......
und schön heri't in`n Ganzen worden,
dat weit jeder, de dorin buren is und tagen;
un wenn en frömden Minsch `rinne kamen deiht,
un hei hett Ogen tau seihn,
denn kann hei seihn,
da unsern Herrgott sin Hand up Wisch und Wald,
up Barg un See sulwst rauht hett,
un dat hei Mecklenborg mit in't OG ga't hett,
ashei sach, dat allens gaud was.

*****

(Textquelle: Fritz Reuter: De Urgeshicht‘ von Mecklenborg, 1874.)

Bilder: Wikipedia, gemeinfrei

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