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Marx bleibt aktuell

Perspektiven für die Einzelwissenschaften

Wolfgang Maiers/Renatus Schenkel (Hg.)

Dass der Gesellschaftstheoretiker Karl Marx (1818–1883) mit seinem Werk bis heute höchst aktuell ist, zeigen die Autorinnen und Autoren des Sammelbandes mit Beiträgen wie »Grenzenlose Akkumulation: Marx und die Globalisierung«, »Keynesianische Konzepte (Flassbeck u. a.) zur aktuellen Krisenbekämpfung«, »Mit Karl Marx über Kinderarmut, Kinderarbeit und Kinderrechte«, »Karl Marx und Kritische Medizin/ Gesundheitswissenschaften«.
Mit Beiträgen von Jürgen Bennies, Michael Hoffmann, Michael Klundt, Hagen Kühn, Wolfgang Maiers, Katrin Reimer-Gordinskaya, Renatus Schenkel und Nicola Wolf-Kühn.

Rostocker Marienkirche

Rostocker Marienkirche

Dolores Kummer

Monumentalbau der Backsteingotik

Die Marienkirche ist die bedeutendste Kirche von Rostock, ein monumentales Meisterwerk der Backsteingotik, das alle Gebäude ringsum überragt. Obwohl viele Touristen die Kirche besuchen, ist sie auch ein Ort des Gebetes. St. Marien gehört zur evangelisch-lutherischen Innenstadtgemeinde. Fast 200 Jahre baute man an dem imposanten Gebäude. Als Pfarrkirche erstmals erwähnt wurde sie 1232. Wahrscheinlich war es zuerst eine frühgotische Holzkirche. Bald wollte man aber einen repräsentativeren Ort haben, der den Reichtum und die Macht der Stadt verkörpern sollte. Doch das gestaltete sich schwierig. Die dreischiffige große Basilika wurde 1290 begonnen und mehrmals um- und ausgebaut. Erst Mitte des 15. Jahrhunderts war die Kirche fertig. Das Quer- und das Langschiff sind gleich hoch und gleich lang. Der Kirchturm hat eine Höhe von 86,32 Metern.

Besonders sehenswert ist die prächtige Innenausstattung. Einst soll es in der Kirche vierzig Altäre gegeben haben, aber zur Zeit der Reformation wurden viele Kirchenschätze vernichtet und geplündert. Aus dem Mittelalter erhalten geblieben ist ein bronzener Taufkessel, auch Fünte genannt. Das Datum der ersten Taufe ist auf dem Deckel eingraviert: Ostern 1290. Sehr beeindruckend sind die mächtige Orgel und die Fürstenempore im Westschiff der Kirche. Letztere wurde 1750 unter Herzog Christian Ludwig II. gebaut. Der mecklenburgische Fürst war ein bedeutender Förderer des geistlichen und kulturellen Lebens. Darunter befinden sich das Professoren- und Ratsgestühl. St. Marien war von 1419 bis 1899 Universitätskirche und bis 1945 auch Ratskirche. Die Orgel darüber baute 1770 der Orgelbaumeister Paul Schmidt. Dem Haupteingang gegenüber, an der Nordseite, steht der Nikolaialtar aus dem 15. Jahrhundert. Er wurde im Krieg ausgelagert. Rechts daneben an der Wand hängt ein dunkles Gemälde von Egon Tschirch aus dem Jahre 1947:

„Die zerstörte Stadt“. Man sieht, dass in der Rostocker Altstadt kein Haus heil blieb, nur die Marienkirche thront über allem, als wache sie. Als einzige der vier großen Kirchen konnte sie im Zweiten Weltkrieg gerettet werden. Zu verdanken ist das dem Kirchendiener Friedrich Bombowski und seiner Tochter Ursula, die an jedem Kirchenschiff reichlich Wasser und Sand bereithielten und unter Lebensgefahr löschten.

Am 26. April und am 2. Oktober 1942 sowie am 27. Februar 1944 wurde die Kirche durch Brandbomben getroffen und fing Feuer. Jedes Mal war es ein Kampf um Leben und Tod. Ursula starb später an den Folgen einer Rauchvergiftung. Den größten Schatz, die astronomische Uhr aus dem Jahre 1472, hatte man 1943 eingemauert. Sie überstand alles unbeschadet. Die Uhr ist die älteste noch funktionierende astronomische Uhr der Welt. Insgesamt ist sie elf Meter hoch und überaus reich verziert. In der oberen Hälfte befindet sich die Hauptuhr mit dem Stundenring, dem Tierkreisring und dem Figurenring mit Monatsbildern. Täglich um 12 und 24 Uhr bewegen sich die Figuren. Unten ist die große Kalenderscheibe mit 15 Kreisringen, sie endet im Jahre 2017. Eine neue Scheibe für die Jahre 2018 bis 2150 liegt schon bereit.

Adresse:

Bei der Marienkirche 2

18055 Rostock


Kontakt:

Tel.: 0381 / 45 33 25 (Küster Dirk Meiburg)

www.marienkirche-rostock.de


Textquelle:

Kummer, Dolores: Rostock - die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Dolores Kummer.

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