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Auf der Suche nach Fips

Eine liebevoll illustrierte Vorlesegeschichte in mehreren Kapiteln für Kinder ab 5

Fips ist verschwunden. Wo kann ein kleiner Mäusejunge wohl verlorengegangen sein. Seine Freunde machen sich auf die Such nach ihm und erleben dabei eine Menge Abenteuer.

Warnemünde

Warnemünde

Dolores Kummer

Ostseebad ohne Allüren

Obwohl Warnemünde nie ein feines Seebad sein wollte, wurde es doch eins der beliebtesten. Im Sommer platzt hier alles aus den Nähten: Promenade und Strand, Leuchtturm und Mole, vor allem der Alte Strom mit seiner Bummelmeile. Veranstaltungen wie das Stromerwachen, die Hanse Sail oder die „Warnemünder Woche“ locken Tausende Touristen an. Doch das bringt die Warnemünder nicht aus der Ruhe. Der Menschenschlag ist stoisch, humorvoll und bescheiden. Man mag hier Touristen, es sei denn, sie schnappen einem die Parkplätze weg.

Erwähnung fand das kleine Fischerdorf bereits 1195. Da stand schon die erste Häuserreihe, das Vörreeg, zuerst südwestlich der heutigen Drehbrücke. Da die Rostocker Patrizier, Ratsherren und Kaufleute ständig untereinander, mit den Fürsten, ja mit dem dänischen und sogar dem Schwedenkönig stritten, war die Warnowmündung 400 Jahre hart umkämpft. 1323 hatten die Rostocker Kaufleute schon das gesamte Land links und rechts der Warnow und auch das kleine Fischerdorf gekauft. Sie setzten einen Vogt ein, der dafür sorgte, dass die Warnemünder selbst vor Ort keinen Handel treiben durften. Die wehrten sich mit Bürgervertretern und einem Marsch durch die Stadt, dem „Ümgang“. Von 1631 bis 1648 regierten die Schweden Warnemünde. Reich wurden die Fischer, Lotsen und Seeleute da nicht. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde es weniger kriegerisch.

1812 kam dann endlich der erste offizielle Badegast, damals noch mit der Kutsche über Diedrichshagen. Zehn Jahre später gab es schon ein Badehaus. Die Lloydbahn fuhr erstmals 1886 nach Neustrelitz und von dort weiter nach Berlin. 1873 startete ein Postdampfer nach Nykøbing in Dänemark. Dann begann man mit dem Bau eines Fährbahnhofs auf der heutigen Mittelmole. Östlich wurde der Seekanal ausgebaggert. Die Eisenbahnfähre Gedser–Warnemünde fuhr bis 1995. Warnemünde war auch ein bedeutender Standort des Flugzeugbaus. Ab 1913 gab es einen Land- und Wasserflugplatz auf der Hohen Düne. Hier probten die Heinkelwerke. Daneben lag die kaiserliche Marine. Es gab später sogar eine Fluglinie Berlin–Warnemünde. Gegenüber produzierten die Arado Flugzeugwerke, nach 1945 wurde auf dem Gelände die größte Werft der DDR gebaut, die Warnowwerft. Warnemünde wurde zum populärsten Urlaubsziel mit bis zu zwei Millionen Tagestouristen. Doch die Versorgung sah oft kritisch aus, mal gab es kein Bier, dann wieder keine Brause. Mit der Wende wurde das anders.

Die Zahl der Restaurants hat sich vervierfacht. Neue Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen entstanden, viele Cafés und Imbisse. Auch wenn es erst mal weniger Arbeitsplätze in den Industriebetrieben gab, kann man heute von einem Aufschwung sprechen. Warnemünde wurde ein bedeutender Industriestandort, ist Zulieferer der Luft- und Raumfahrt. Ein neues Technologiezentrum entstand mit modernsten Ausbildungsplätzen, ebenso der größte Kreuzfahrtterminal Deutschlands, zwei neue Werften und ein Simulationszentrum an der Ingenieurhochschule für Schiffbau. Der Tourismus ist jedoch weiterhin der wichtigste Wirtschaftszweig, ohne Offshore-­Park vor der Küste hat man da auch weiterhin gute Chancen.

Touristinformation Warnemünde

Am Strom 59 (Ecke Kirchenstraße)

18119 Rostock-Warnemünde

Tel.: 0381 3812222


Information

www.warenmuende.de


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Textquelle:

Kummer, Dolores: Rostock - die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Dolores Kummer.

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