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Marx bleibt aktuell

Perspektiven für die Einzelwissenschaften

Wolfgang Maiers/Renatus Schenkel (Hg.)

Dass der Gesellschaftstheoretiker Karl Marx (1818–1883) mit seinem Werk bis heute höchst aktuell ist, zeigen die Autorinnen und Autoren des Sammelbandes mit Beiträgen wie »Grenzenlose Akkumulation: Marx und die Globalisierung«, »Keynesianische Konzepte (Flassbeck u. a.) zur aktuellen Krisenbekämpfung«, »Mit Karl Marx über Kinderarmut, Kinderarbeit und Kinderrechte«, »Karl Marx und Kritische Medizin/ Gesundheitswissenschaften«.
Mit Beiträgen von Jürgen Bennies, Michael Hoffmann, Michael Klundt, Hagen Kühn, Wolfgang Maiers, Katrin Reimer-Gordinskaya, Renatus Schenkel und Nicola Wolf-Kühn.

Das Stasi-Gefängnis in Rostock

Das Stasi-Gefängnis in Rostock

Dolores Kummer

Ein finsterer Ort

Noch heute schnürt es einem die Kehle zu, wenn man das ehemalige Stasi-Gefängnis betritt, ein Geruch wie früher in der DDR. Die Zellen mit den schweren Türriegeln sind noch da, innen statt Gefangener jetzt Ausstellungsstücke. Überall eine lauernde Stille, die bedrückt. Die Menschen, die hier einsaßen, waren keine Kriminellen, sie wollten die DDR verlassen oder etwas gegen die Diktatur unternehmen. Die Ostsee erschien wie das Tor zur Freiheit, wurde aber zur tödlichen Falle. Der Hafen mit seinen Fähren, die Handels- und Fischfangflotte galten der Stasi als besonders überwachungswürdig. Insgesamt haben 6.892 Menschen die Flucht über die See versucht.

1.256 „Absteiger“ von DDR-Schiffen gab es im Ausland, 913 ist die Flucht mit Booten oder schwimmend gelungen. 174 Todesopfer sind bis heute bekannt und 4.549 Menschen wurden bei einem Fluchtversuch verhaftet. Seemänner kamen oft mit „Ausländern“ zusammen, für die Stasi ein permanentes Risiko, das sie kontrollieren wollte. 1989 gehörten der Bezirksverwaltung Rostock 3.686 hauptamtliche Mitarbeiter an, allein die Abteilung „Hafen“ zählte 69 Angestellte, die wiederum führten 869 inoffizielle Mitarbeiter im Hafengebiet. Die Gedenkstätte ist für jeden zu empfehlen, die Fakten sind sehr anschaulich aufbereitet. Man erfährt von den abenteuerlichsten Fluchten, wie etwa von Peter Döbler, der zwei Jahre trainierte, bis er nach 25 Stunden schwimmend sein Ziel erreichte. Wie viele Schwimmer auf der Ostsee bei einem Fluchtversuch ums Leben kamen, ist bis heute unbekannt. Es war ein enormes Risiko.


Adresse

Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen U-Haft der Stasi in Rostock

Hermannstraße 34 b

18055 Rostock

Tel.: 0381 / 4985651


vorübergehend geschlossen


*****

Textquelle:

Kummer, Dolores: Rostock - die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Dolores Kummer.

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