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Detlef Färber
Volle Düse Tränendrüse
Satiren
Detlef Färber lässt auf »Sünder Mann führt Gründe an« ein Lesebuch mit neuen Satiren und Balladen folgen: Miniaturen über Zäsuren. »Volle Düse Tränendrüse«, sinnigerweise im Untertitel als »Das Buch zum Filmriss« gepriesen, zeigt den Autor in einer Sammlung mit mehr als hundert Kurzgeschichten stilistisch, humoristisch auf der Höhe seiner Kunst. Treffend illustriert von Karikaturist Thomas Leibe.

Kraniche auf Rügen

Kraniche auf Rügen

Sandra Pixberg

Rastplatz für Kraniche

Es zählt zu den atemberaubendsten Schauspielen, wenn Kraniche (Grus grus) auf den Freiflächen auf Wittow, Ummanz und in anderen Teilen Rügens landen. Die bis zu sieben Kilo schweren Vögel legen beim Anflug eine glatte Meisterleistung hin, elegant erreichen sie die Erde der abgeernteten Felder. Während der Albatros anderswo legendäre Bruchlandungen hinlegt, schwebt der Kranich mit einer beeindruckenden Flügelspannweite von bis zu 2,45 Metern zentimetergenau auf sein angepeiltes Ziel zu. Anders als andere Vögel kann sich der Kranich aufrichten und erreicht so eine beeindruckende Größe von 1,30 Metern. Der graue Körper setzt sich von dem schwarz-weißen Kopf hart ab, am Schopf wachsen scharlachrote längere Federn. Der Kranich faszinierte die Menschen schon zu Zeiten der griechischen Götter. In der griechischen Mythologie symbolisierte er Wachsamkeit und Klugheit und wurde Demeter, Hermes und Apollon zugeordnet.

Wie andere Zugvögel auch fliegen Kraniche zu mehreren in V-Form, um den Winden nicht so ausgesetzt zu sein – im „Energiesparmodus“. Auf ihrer Reise von Skandinavien nach Süd- oder Südosteuropa legen sie an vereinbarter Stelle immer wieder eine gemeinsame Rast mit anderen Kranichen ein. Der Ort hat für sie Tradition, die Großfamilien, die zusammen fliegen, treffen sich jährlich mit den anderen Großfamilien. Bis zu 200 Tiere versammeln sich dann auf der Reise und, wie bei Menschen auch, gibt es eben was zu erzählen, wenn man eine Reise tut. Durch ihre Größe kostet sie das Auffliegen sehr viel Kraft, sie sollten also von den Feldern nicht unnötig aufgescheucht werden.

Bis zum Weiterflug können dann Tage oder sogar Wochen vergehen, denn wie bei jeder Rast geht es auch darum, wieder satt zu werden. Tierische und pflanzliche Bestandteile wie Nagetiere, Insekten, Würmer und Saaten sowie Wildkräuter stehen auf der Speisekarte des Kranichs. Während die Kraniche rasten, kann man sie auf Rügen bei Führungen und Ausflugsfahrten beobachten. Empfehlenswert ist mit dem eigenen Auto bis Waase, dem ersten Ort hinter der Brücke auf Ummanz, zu fahren. Dort betreibt das Nationalparkamt Vorpommersche Boddenlandschaft im September und Oktober jeden Jahres eine kleine Zweigstelle in der alten Küsterei. Neben fundierten Informationen bietet das Amt einen „Kranich-Shuttle“ nach Tankow an, einem Ort weiter nördlich auf Ummanz. Dort steht ein großer Aussichtsturm neben einem traditionellen Übernachtungsplatz der Kraniche. Sind sie noch nicht eingeflogen, braucht man vor allem eins: Geduld. Je nach Wetterlage können auch warme Kleidung und Tee nicht schaden.

Wenn die Glücksvögel dann im Oktober in Richtung Süden oder Südosten weiterziehen, hört man auf Rügen vor dem Winter zum letzten Mal die vertrauten trompetenartigen Rufe. Zwar sind Kraniche fähig, bis zu 2.000 Kilometer an einem Stück zu fliegen, in der Regel liegt ihr Tagespensum aber zwischen zehn und 100 Kilometer.


Informationen und Kranichshuttle

Nationalparkamt Vorpommersche Boddenlandschaft


Informationsstelle Waase (Ummanz)

038305 / 5348

www.nationalpark-vorpommersche-boddenlandschaft.de


Kranichbootstouren ab Schaprode

Weiße Flotte

03831 / 26810

www.weiße-flotte.de


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Textquelle:

Pixberg, Sandra: Rügen - 99 Besonderheiten der Insel, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2017.

Bildquelle:

Sandra Pixberg.