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Wendelin Bottländer

Bunt und Grau
Ost-Berlin 1980 bis 1983
Mit einem Text von Bernd Lindner
Bildband

Der Blick durch die Kamera eines westdeutschen Fotografen

Ein Rheinländer in Ost-Berlin – von 1980 bis 1983 fotografierte Wendelin Bottländer auf mehreren Reisen in die damalige Hauptstadt der DDR, den östlichen Teil der Spreemetropole, ihren Alltag zwischen dezenter Farbigkeit und tristem Grau, zwischen postuliertem Fortschritt und tatsächlichem Stillstand und Verfall. Es gelingen ihm einzigartige und – beim bevorstehenden Grenzübertritt auf der Rückfahrt – gewagte Porträts einer urbanen Landschaft wie Detailstudien eines Alltags, der längst historisch ist. Ursprünglich für den Abdruck in Zeitschriften gedacht, liegen nun viele dieser besonderen Aufnahmen in diesem Band in Erstveröffentlichung vor.

Schafhof Drigge

Schafhof Drigge

Sandra Pixberg

Aus der Stadt auf die Schafweide

Reinhard Martin kam 1995 nach Vorpommern. Bis dahin hatte er in Hannover sehr erfolgreich Expeditionsfahrzeuge verkauft – ein Autohaus mit rund 30 Mitarbeitern geführt. Stressig, ruhelos und von gewagten Investitionen sei sein Großstadtleben geprägt gewesen. Heute grasen auf den Hügeln der Halbinsel Drigge seine 152 Muttertiere und viele Lämmer, allesamt Pommersche Landschafe. spix Wie hat sich Ihr Leben verändert?

Martin: Ich werde nicht mehr vom Telefon getrieben, sondern von Notwendigkeiten und dem Vegetationszyklus, damit es meinen Schafen gut geht.

spix: Wie kamen Sie auf die Idee, Schafe zu züchten?

Martin: Zu Beginn wusste ich nichts von Schafen. Ich hatte 1999 Haus und Ställe gekauft und dachte: Wenn ich auf dem Land lebe, möchte ich nicht nebenan den Bauern mit der Giftspritze haben‘, und pachtete das mich umgebende Land. Dann hatte ich 18 Rinder bestellt, schaute sie mir an und stellte fest: Die sind gefährlich, haben Hörner. Dann wollte ich lieber was Händelbares und habe mich für Schafe entschieden.

spix: Wie haben Sie den Umgang mit ihnen gelernt?

Martin: Den Umgang mit Schafen habe ich von den Schafen gelernt. Sie sind ja auch Lebewesen wie wir, ich habe genau hingesehen und dann im richtigen Moment gehandelt.

spix: Welche Zukunftspläne haben Sie?

Martin: Neben Haus und Stall gibt es auf meinem Gelände zwölf Hektar Wald. Pfadfinder campen hier regelmäßig. Das möchte ich für die Jugend weiter ausbauen, für Sommercamps. Außerdem gründe ich gerade eine Land-WG.


Adresse und Kontakt

Schafhof Drigge

Drigge 4

18574 Gustrow

Tel.: 038307 / 41144

*****

Textquelle:

Pixberg, Sandra: Rügen - 99 Besonderheiten der Insel, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2017.

Bildquelle:

Sandra Pixberg.

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