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Mario Schneider
Tourist
Bild-Text-Band
Man könnte annehmen, das Thema »Tourist« brächte hauptsächlich Skurriles hervor, doch sind es vielmehr intime Begegnungen zwischen Fotograf und Objekt. Reisen verändern den Menschen. Diesen Wandel hat Mario Schneider, der sich wie auch in seinen Dokumentarfilmen am Menschen und dessen Wesen interessiert, in seinen eindrucksvollen Fotografien festgehalten.
Wir alle versuchen, den Touristen aus dem Weg zu gehen, und verwandeln uns doch regelmäßig selbst in sie. Gerade in diesen Zeiten, wo uns jede Flugreise ein schlechtes Gewissen beschert, wo Ozeanriesen Millionen von Besuchern über die Venedigs dieser Erde ausschütten, versucht Schneider den Menschen hinter dem Touristen zu entdecken – und tatsächlich, es gibt ihn auch dort – im Urlaub. Voller Freude, Liebe und Einsamkeit.
Mit Texten von Meike Wetzel, Jule Reckow und Mario Schneider.

Gnitz Rundtour

Gnitz Rundtour

Ralph Kähne
Marina Kähne

Für Radfahrer tabu

Es gibt Erfahrungen auf Usedom, die kann man nur zu Fuß machen. So ist es auch auf der Halbinsel Gnitz. Das etwa 60 Hektar große Naturschutzgebiet südlich der Gemeinde Zinnowitz ist sogar für Radfahrer tabu. Das macht sich auch bemerkbar. Irgendwie scheint hier alles ruhiger abzulaufen. Tiere fliehen nicht in Panik, wenn sie auf Wanderer stoßen und Vögel verstummen nicht. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Gnitz bietet wertvolle Lebensräume, die große Bedeutung als Rückzugsgebiete für verschiedene gefährdete und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben. Wer sich der Natur gegenüber rücksichtsvoll verhält, kann hier ganz viel Schönheit entdecken, die es sonst fast nirgendwo mehr gibt.

Ruhe und Entspannung Suchende kommen hier auf ihre Kosten – Strandgefühle und ein Bad im Achterwasser eingeschlossen. Die meisten gehen nur bis zur Trockenwiese am südlichsten Punkt. Hier fehlt der Schilfgürtel vollends, und man hat einen grandiosen Blick über das Achterwasser. Der kleine Sandstrand lässt sogar mediterrane Gefühle aufkommen. Doch wer mehr will, sollte den Aufstieg auf den 32 Meter hohen Weißen Berg nicht scheuen. Wilde Brombeeren und Wacholder säumen den Wanderweg. Von oben hat man einen hervorragenden Blick die Steilküste hinunter, in der Uferschwalben nisten. Die Natur auf der Halbinsel Gnitz ist vielfältig. Es gibt Feuchtwiesen und Magerrasenflächen zu entdecken, Wassertümpel, Dünen und Strandflächen, eine Salzwiese, Feuchtbiotope und Kiefernwald.

Weitere Informationen:

Gnitz Rundtour

http://www.auf-nach-mv.de/wandern-usedom-gnitz

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Textquelle:

Kähne, Marina und Ralph: Usedom: 99 Besonderheiten der Insel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag, 2019.

Bildquelle:

Fotografien: Kähne, Marina und Ralph; entnommen ebd.

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17440 Lütow

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