Meck-Pomm-Lese

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Meck-Pomm-Lese

Sabine Gruber und Ralph Zade
Wiesbaden
Die 99 besonderen Seiten der Stadt
Reiseführer

Hier gibt es gleich zwei Schlösser, eines in der Innenstadt, eines in Biebrich, große und kleine Museen zu Kunst, Geschichte und vielem mehr, eine Spielbank, in der schon Dostojewski sein Geld verlor, eine Villa, in der Brahms eine Symphonie komponierte, eine Kirche, in der Martin Niemöller predigte, und ein Bahnhofsgleis, das für Kaiser Wilhelm II. reserviert war. Landeshauptstadt von Hessen, Hauptstadt des ehemaligen Herzogtums Nassau, Weltkurstadt, Stadt des Historismus, Stadt des Films und Stadt des Kirchenbaus, stets weltoffen – das alles ist Wiesbaden.

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Hackertscher Tapetensaal

Hackertscher Tapetensaal

Sandra Pixberg

Ein Saal mitten in der Landschaft

Adolf Friedrich von Olthof (1718–1793) war ein Regierungsrat in Schwedisch-Pommern und besonders war er ein Kunstmäzen. Er galt als unabhängig, lebenslustig, weltoffen und war bekannt dafür, dass ihm Künstler und Gelehrte gleichermaßen willkommen waren. Nichts nahm von Olthof selbst wirklich ernst, unterstützte aber die ernsthaften Bemühungen anderer nach Leibeskräften. Im Juli 1762 lud er den durch ganz Europa reisenden klassizistischen Landschaftsmaler Jakob Friedrich Hackert (1737–1807) und dessen Freund, den Porträtisten Georg David Matthieu (1737–1778), in sein Stralsunder Stadthaus ein. Im gleichen Jahr erwarb Olthof das Gutshaus Boldevitz, wo er seine Mutter und vier Kinder seiner Schwester aufnahm. Auch Hackert und Matthieu begleiteten ihn auf den Rügener Landsitz, Hackert blieb am Ende drei Jahre lang bei dem lebenslustigen Regierungsrat. Genug Zeit, um die Wände in Boldevitz mit acht idealtypischen Wandgemälden zu verzieren und einen Raum im Stadthaus zu gestalten. Angelehnt an italienische oder orientalische Gefilde oder an die Lorelei am Rhein, flankiert mit gemalten dorischen Säulen, wirkt der ganze Saal, als säße man auf einer Veranda mitten in diesen sehr speziellen Landschaften. Zusätzlich geht von dem grafischen Muster auf dem Parkett ein deutlicher Sog aus. Der schöne Kachelofen an der Wand ist so in die Landschaft eingebaut, dass auch er Teil des Wandgemäldes sein könnte. Immer donnerstags um 16 Uhr kann der Saal mit einer Führung besichtigt werden.

Weitere Informationen:

Adresse:

Hackertscher Tapetensaal

Ossenreyer Straße 1

18439 Stralsund

Tel.: 03831 252310

Internetauftritt: https://www.wismar-stralsund.de/


*****

Textquelle:

Pixberg, Sandra: Stralsund: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, Reiseführer, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag, 2019.

Bildquelle:

Ebd.

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