Meck-Pomm-Lese

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Meck-Pomm-Lese

Martin Kulinna
Feste – Festivals
Riten und Wallfahrten/Rituals and Pilgrimages
Bildband
Mit Texten von André Meier

Berührende, atmosphärisch dichte Schwarz-Weiß-Aufnahmen

Unsere Welt verliert rasant an Diversität. Multinationale Konzerne besetzen die Innenstädte und verwandeln sie in uniforme Einkaufs- und Vergnügungszonen. Und auch der Einzelne selbst hat sich längst diesem Egalisierungsgebot unterworfen. Martin Kulinna weiß, dass dieser Marsch in die Monotonie kaum zu stoppen ist. Aber gerade deshalb bereist er mit seiner Kamera beharrlich jene Orte, an denen kulturelle Vielfalt nicht nur behauptet, sondern auch tatsächlich gelebt wird. Seine Bilder zeigen uns Menschen, die sich gegen den globalen Trend stemmen, die an den Ritualen und Bräuchen ihrer Ahnen festhalten und sich mit ihren Kostümen, Tänzen und Gesängen stolz als eigenständige Wertegemeinschaft behaupten. Unter anderem werden Feste und Rituale in Bulgarien, Deutschland, Kuba, Litauen, Malta, Peru, Rumänien, Spanien und Teneriffa thematisiert.

Unser Leseangebot
Halbinsel Wittow

Halbinsel Wittow

Sandra Pixberg

Als Wittow eine Insel war

Der längste Strand Rügens liegt an der Schaabe, einer Nehrung (Sandhaken), die zwischen Glowe und Juliusruh die Halbinseln Jasmund und Wittow verbindet. Eine Straße in der Mitte, feinster Strand und Kiefern, die vom Meer zum Bodden reichen – mehr gibt es auf der neun Kilometer messenden Schaabe nicht. Erdgeschichtlich ist sie sehr jung, sie entstand aus Sand­ablagerungen innerhalb von 4.500 Jahren in der Nacheiszeit. Zunächst waren es nur Sandhügel und Sandbänke, die noch lange Zeit einen Wasseraustausch zwischen Großem Jasmunder Bodden und dem Meer gewährten. Wollte man nach Wittow, musste man mit der Fähre übersetzen. Dadurch war nicht nur Wittow eine eigenständige Insel, auch verbarg sich im Inneren von Jasmund ein klassisches „Piratennest“. Denn einer der vermuteten Geburtsorte des legendären Seeräubers Klaus Störtebeker (1360–1401) ist das kleine Dorf Ruschvitz. Wahrscheinlich lag es damals am Ufer des Spykerschen Sees. Dieser hatte über den Bodden eine direkte Verbindung zum Meer.

Der Altenkirchener Pastor und Schriftsteller Gotthard Ludwig Kosegarten (1758–1818) beschreibt die Schaabe in seinen imaginären „Briefen eines Schiffbrüchigen“ noch als karg und leer. Erst 1866 bepflanzte man die Nehrung mit Kiefern, damit der Wind den Sand nicht wieder abtragen konnte. Die letzte Öffnung zwischen Bodden und Meer soll ein sich nicht schließen wollender reißender Strom kurz hinter dem Ortsschild Glowe gewesen sein. Er wurde während des Straßenbaus 1892 geschlossen.


*****

Textquelle:

Pixberg, Sandra: Rügen - 99 Besonderheiten der Insel, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2017.

Bildquelle:

Sandra Pixberg.

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18556 Altenkirchen

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