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Peter Berg
Letzter Mann
Erzählungen

Eine Hommage an die Kunst des Erzählens
Peter Bergs Erzählkonzept beruht auf der souveränen Überschneidung der Wirklichkeit mit dem zärtlichen Übertreiben ihrer Lage, ihrer Situation. Grundgedanke der Texte ist es, dass sich das Ich am Leben beweist. So werden die Helden bei Problemen des Alltags beobachtet, um sie tragikomisch und mitfühlend zu erwischen. Die selbst- oder auch unverschuldeten Ereignisse zwingen die Protagonisten dazu, das Leben nach Veränderungen zu überdenken. Dabei verlieren sie jedoch nie den Glauben daran, dass solche Impulse letztlich Positives bewirken. So wird insgesamt eine Welt beschrieben, die vielleicht nicht immer fair ist mit uns, gleichzeitig aber ist sie auch gefüllt mit Menschen, die versuchen, ihr Bestes zu geben. Berg dazu: »Es gibt kein richtiges oder falsches, es gibt nur das Leben.«

Kesselmoore auf Usedom

Kesselmoore auf Usedom

Ralph Kähne
Marina Kähne

Von Kesselmooren und Otterwechseln

In Deutschland müssen für Vergleiche meist Fußballfelder oder das Saarland herhalten. Das kann auf Usedom schwerlich angewendet werden. Für alle, die es dennoch interessiert: Mit einer Fläche von insgesamt 445 bzw. 373 Quadratkilometern nur für den deutschen Teil passt die zweitgrößte deutsche Insel locker in den Bodensee hinein.

Richtig schwierig wird es aber beim Landschaftsvergleich. Natürlich lassen sich bei allen deutschen Ostseeinseln Gemeinsamkeiten finden. Schon der Gedanke an die Ostsee allein zaubert vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht. Fast jeder Ostseeurlauber assoziiert das Wort mit endlosen weißen Sandstränden, Meer und Erholung pur. In dieser Hinsicht bildet die Ostseeinsel Usedom keine Ausnahme. Mit ihrem 42 Kilometer langen, an manchen Stellen bis 80 Meter breiten Sandstrand lässt Usedom alle anderen deutschen Ostseeorte hinter sich. Rekordverdächtig ist aber nicht nur der Strand. Denn wer die Sonneninsel auf Strand und Meer, Baden und Erholung reduziert, kennt nur einen kleinen Teil Usedoms. Wenige Meter von der Goldküste entfernt, kann die Insel im Hinterland, das oft schon gleich hinter den Dünen beginnt, mit einer vielfältigen Natur aufwarten, die ihresgleichen sucht. Kaum irgendwo sonst lassen sich so viele verschiedene Landschaftsformen auf engstem Raum finden wie auf Usedom: Ostseestrand mit Dünen und Binnenküste, steile Felsen, Seen und Moore, Buchenwälder und Dünenkiefern. All dies fügt sich mit kleinen Dörfern in einer alten Kulturlandschaft zu einem vielfältigen Mosaik. Abseits der in der Urlaubszeit recht trubeligen Seebäder an der Ostsee wartet ein idyllisches Paradies darauf, entdeckt zu werden.

Allen voran sind es die 14 Naturschutzgebiete, die insgesamt eine Fläche von circa 4.000 Hektar bedecken. Nirgendwo in Deutschland sonst gibt es eine höhere Dichte an Naturschutzgebieten als auf Usedom. Fast sechs Prozent der Gesamtfläche stehen unter Naturschutz. Zu den besonders beeindruckenden Naturschutzgebieten zählen ohne Frage die Kesselmoore als intakte Relikte der letzten Eiszeit. Fast die Hälfte der Naturparkfläche, rund 28.500 Hektar, wird von Wasserflächen eingenommen. Die Binnenseen des Naturparks umfassen rund 1.500 Hektar Fläche. Darunter befinden sich nährsalzreiche Flachseen wie der Gothen- und der Schmollensee, aber auch kleinere, nicht weniger idyllische, wie der Schloonsee.

Bei so viel Natur verwundert es nicht, dass die Insel Usedom zu den vogelreichsten Gebieten Deutschlands zählt. Insgesamt wurden über 280 Arten beobachtet, 150 davon brüten regelmäßig im Naturpark, darunter allein elf Greifvogelarten. Der Seeadler hat sogar im Odermündungsgebiet einen Verbreitungsschwerpunkt. Besonders während des Vogelzuges wird die Insel zudem von zehntausenden nordischen Gänsen, Enten und Schnepfenvögeln besucht, die der Küstenlinie und dem Urstromtal der Oder folgen. Der Fischotter besitzt noch einen gesicherten Bestand. Er hat sogar sein eigenes Verkehrsschild. „Otterwechsel“ gibt es nur in Ostdeutschland.


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Textquelle:

Kähne, Marina und Ralph: Usedom: 99 Besonderheiten der Insel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag, 2019.

Bildquelle:

Fotografien: Kähne, Marina und Ralph; entnommen ebd.

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