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Weihnachten bei Fritz Reuter

Weihnachten bei Fritz Reuter

Fritz Reuter

 

„In die eine Stube durften wir Kinder gar nicht, denn da saß meine liebe Mutter mit ein paar Näherinnen und nähte neues Zeug zu Weihnachten für uns Knaben und Mädchen. Dann und wann wurde mal einer von uns gerufen, und dann wurden ihm die Augen verbunden und Fausthandschuhe angezogen, und so wurde er hineingeführt in die verbotene Stube zum Anprobieren. Die Fausthandschuhe hatte meine Großmutter aufgebracht, seit meine Schwester Lisette einmal mit den Händen herumgegrabbelt hatte, um zu fühlen, aus welchem Zeug ihr neuer Rock gemacht werde. 'Nu kik de Deern!', sagte die Großmutter. 'Wat de Düvel klok is! Löv, dat wöllt wi Di verspurren!' und zog ihr Fausthandschuhe an, und seitdem wurde keiner mehr ohne Fausthandschuhe in die Stube hineingelassen.“

 

*****

Bildquelle: 

Vorschaubild: Selbstbildnis von Fritz Reuter von 1830 via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

Textquelle:

Handelsmann, Heinrich: Weihnachten in Schleswig-Holstein, Kiel: Schwers’sche Buchhandlung, 1886.

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