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André Barz
Kennst du E.T.A. Hoffmann?

"Erlaubst du, geneigter Leser, ein Wort? Hättest du nicht Lust auf einen Tee oder eine heiße Schokolade? Vielleicht magst du aber auch lieber einen Punsch, so wie ich?"

Dieses Buch, versehen mit allerlei Bildern und Zeichnungen, macht es leicht E.T.A. Hoffmann kennenzulernen. Das Beste daran ist, der "erste Fantasy-Dichter" erzählt ganz persönlich sein Leben, davon, wie er eigentlich Musiker werden wollte und dann doch Schriftsteller geworden ist, obwohl ihn das nie interessiert hat, und von seinen Erfahrungen mit der Liebe. Nebenbei gibt er einige seiner Märchen und Erzählungen zum besten.

Der Rostocker Hauptbahnhof

Der Rostocker Hauptbahnhof

Dörte Suhling

Bahnhof mit interessanter Geschichte

Für alle, die mit Bus oder Bahn nach Rostock kommen, ist es der erste direkte Kontakt mit der Hansestadt: der Rostocker Hauptbahnhof. Der größte Bahnhof Mecklenburg-Vorpommerns ist aber mehr als nur Halt- und Endpunkt für Reisende, Umsteigemöglichkeit für den öffentlichen Nahverkehr oder Aufwärmplatz für Wartende. Der Hauptbahnhof der Hansestadt Rostock hat eine interessante Geschichte. Seit seiner Inbetriebnahme Mitte der 19. Jahnhunderts wurden Standort und äußeres Erscheinungsbild mehrfach verändert.

Rostock Hauptbahnhof um 1920
Rostock Hauptbahnhof um 1920

Die Geschichte des Rostocker Hauptbahnhofs geht bis ins 19. Jahrhunderts zurück. Um 1845 entschloss sich die Mecklenburgische Bahngesellschaft, auf dem Platz der Bleicherwiesen einen Bahnhof zu errichten. Am 13. Mai 1850 wurde nach nur fünfjähriger Bauzeit der damalige Friedrich-Franz-Bahnhof feierlich in Betrieb genommen.

Die wirtschaftliche Entwicklung in der damaligen Zeit beeinflusste nicht nur die Stadtentwicklung, auch ein weiterer Ausbau des Eisenbahnstreckennetzes in Mecklenburg war erforderlich. So wurde nur wenige Jahre nach Inbetriebnahme des Friedrich-Franz-Bahnhofs in Rostock ein zweiter Bahnhof für die Hansestadt gebaut, und zwar an der Stelle, an der sich noch heute das alte Bahnhofsgebäude des Rostocker Hauptbahnhofs befindet.

Rostock hat zwei Eisenbahnsysteme

Der neue Lloyd-Bahnhof, benannt nach der privaten Eisenbahn- und Dampfschifffahrtsgesellschaft Deutsch-Nordischer-Lloyd, wurde 1886 in Betrieb genommen und band die Hansestadt an überregionale, zum Teil auch internationale Ziele wie Berlin oder Kopenhagen, Brandenburg und Preußen an.

Vom Friederich-Franz-Bahnhof der mecklenburgischen Bahngesellschaft fuhren die Züge fast ausschließlich ins regionale Umfeld, also nach Papendorf, Stralsund oder Wismar. Damit hatte die Hansestadt Rostock zwei völlig unabhängige Eisenbahnnetze inklusive der entsprechenden Bahnhöfe.

Ein neuer Zentralbahnhof entsteht

Mit fortschreitender wirtschaftlicher Entwicklung der Hansestadt verlor der Friedrich-Franz-Bahnhof Ende des 19. Jahrhunderts für den Personenverkehr zunehmend an Bedeutung. Gründe dafür waren u. a. die ungünstige Lage des Sackbahnhofs.

Nach Zusammenlegung beider Eisenbahnsysteme wurde der Lloyd-Bahnhof zum neuen Zentral- oder Hauptbahnhof von Rostock bestimmt. Der Friedrich-Franz-Bahnhof wurde noch bis 1996 als Güterbahnhof genutzt. Heute sind hier Eigentumswohnungen entstanden.

Aufgrund stetig wachsender Fahrgastzahlen musste der neue Zentralbahnhof mehrfach erweitert und umgestaltet werden. Nach Entwürfen des Architekten Paul Korff (1875-1945) wurde z. B. eine neue Empfangshalle in rot-gelbem Backstein mit Jugendstilelementen für den Bahnhof geschaffen, die heute noch hinter dem blauen Eingangsbereich an der Nordseite des Rostocker Hauptbahnhofes sichtbar ist.

Empfangsgebäude an der Südseite des Bahnhofs
Empfangsgebäude an der Südseite des Bahnhofs

Verbindung nach Warnemünde geschaffen

Der ursprünglich ebenfalls als Sackbahnhof konzipierte und errichtete Zentralbahnhof konnte Anfang des 20. Jahrhunderts in seiner bestehenden Form der wachsenden Bedeutung des etwa 20 km entfernten Seebads Warnemünde nicht mehr gerecht werden. So wurde er in einer zweiten Bauphase erweitert, sodass die Züge nun in beide Richtungen verkehren und in einer durchgehenden Verbindung auch Warnemünde erreichen konnten.

Um1912 wurde der Zentralbahnhof um den heute blau gefärbten Eingangsbereich als neues Empfangsgebäude erweitert. Heute sind von diesem Vorbau nur noch die unteren Fassadenteile erhalten. Die Aufbauten, die u. a. aus Jugendstildächern mit Verzierungen und kleinen Türmen bestanden, wurden während der schweren Bombenangriffe 1942 fast vollständig zerstört oder von der sowjetischen Besatzungsmacht demontiert.

Der Rostocker Hauptbahnhof zu DDR-Zeiten

Nach der deutsch-deutschen Teilung wurde der Rostocker Bahnhof als Hauptbahnhof von der Deutschen Reichsbahn bewirtschaftet. Steigenden Fahrgastzahlen machen weitere Umbauten und die Erweiterung der Gleisanlagen erforderlich. Auch sollten die seit Anfang der 1960er-Jahre neu entstandenen Wohngebiete südlich des Bahnhofs an das Verkehrsnetz der Hansestadt angebunden werden.

Die schon zu lange von den Rostocker Stadtentwicklern vorgelegten Pläne zur Umgestaltung des Hauptbahnhofes, die zum Teil immer wieder verworfen bzw. geändert wurden, konnten zu DDR-Zeiten nicht mehr umgesetzt werden.

Neugestaltung mit Nord- und Südseite

Erst im Dezember 1998 fiel der Startschuss für die Erweiterung und Modernisierung des Rostocker Hauptbahnhofs. Neben der Anbindung der Rostocker Südstadt an das Zentrum der Hansestadt sollte dabei gleichzeitig auch die unterirdische Linienführung der Straßenbahn realisiert werden.

Nach nur knapp fünfjähriger Bauzeit konnte am 11. April 2003 der Rostocker Hauptbahnhof in seiner heutigen Gestalt inklusive Straßenbahntunnel, neugestalteten Bahnhofsvorplätzen auf Nord- und Südseite des Hauptbahnhofes sowie der lange erwarteten Südstadtanbindung feierlich eröffnet werden.

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Bildquellen:

Vorschaubild. Rostock Hauptbahnhof Urheber: BR 146 (Armin Emde) via Wikimedia Commons. CC BY-SA 2.5-2.0-1.0

Rostock Hauptbahnhof um 1920, gemeinfrei 

Neues Empfangsgebäude an der Südseite des Bahnhofs Urheber: BR 146 (Armin Emde) via Wikimedia Commons. CC BY-SA 2.5-2.0-1.0

 

Der Rostocker Hauptbahnhof


18055 Rostock

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