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N wie Ninive
Erzählungen

In metaphorisch einprägsamen Stil  werden verschiedene Schicksale erzählt, die ihren Haupthelden alles abverlangen, sie an ihre Grenzen bringen. Bei der Frage nach der Schuld, nach Gerechtigkeit und Gott verstricken sich Zukunft und Vergangenheit. 

"Er hat einen eigenen Ton, ein bisschen mecklenburgisch erdenschwer, aber dann auch wieder sehr poetisch"

Frankfurter Allgemeine 07.10.2014 Nr. 232 S. 10 

Rostocker Mönchentor

Rostocker Mönchentor

Dörte Suhling

Einzig erhaltenes Strandtor in Rostock

Das Mönchentor ist Teil der Stadtbefestigung der Hansestadt Rostock, die Mitte des 13. Jahrhunderts entstand. Rostock bestand zu dieser Zeit aus drei Stadtkernen: der Altsiedlung „Alter Markt", der westlich davon gelegenen „Mittelstadt" sowie der Neustadt. Im Jahre 1265 vereinigten sich die ehemaligen Teilstädte und bauten eine ca. drei Kilometer lange Stadtmauer, die von 20 Stadttoren durchbrochen wurde.

Die Stadttore wurden in Land- und Strandtore unterteilt, die Einteilung wurde nach der Lage des jeweiligen Tores vorgenommen. Während die Stadttore in Richtung des mecklenburgischen Hinterlandes zeigten, führten die Strandtore, die gleichzeitig auch Wassertore genannt wurden, allesamt zum an der Unterwarnow liegenden Stadthafen. Von den damals gebauten Stadttoren sind heute nur noch vier erhalten: das Steintor, das Kuhtor, das Kröpeliner Tor und das Mönchentor.

Rostock im Jahr 1550
Rostock im Jahr 1550

Die Strandtore von Rostock

Früher gab es 13 Strand- oder Wassertore. Sie wurden nach den Straßen benannt, die in Richtung Stadthafen hin zu den Toren führten. Die ursprünglich eher schlicht gehaltenen Pforten wurden später wesentlich prunkvoller um- und ausgebaut. Neun der Strandtore wurden als Haustore mit einem stufenweise gegliederten Giebel gebaut. Die restlichen zum Wasser des Stadthafens gerichteten Tore wurden als sogenannte Mauertore gebaut.

Vor jedem der Strandtore wurden gleichnamige Landungsbrücken angelegt. So befand sich beispielsweise die Möchenbrücke vor dem Mönchentor, das einzige Strandtor, das heute noch erhalten ist.

Das Mönchentor am Ende der Großen Mönchenstraße

Das erstmals im Jahre 1316 urkundlich erwähnte Mönchentor liegt am Ende der Großen Mönchenstraße in der ehemaligen Mittelstadt. Der Name von Tor und Straße stammt von einer alten Rostocker Kaufmannsfamilie namens Mönch oder Monch.

Ursprünglich reichte die Warnow bis auf wenige Meter an das Mönchentor heran. Lediglich die Kaimauer, der Strand und das Vorfeld mit den Hafenanlagen trennten Tor und Wasser voneinander. Die Straße von dem Tor wurde erst im 19. bzw. 20. Jahrhundert angelegt, womit der heute recht große Abstand zwischen Tor und Warnow zu erklären ist.

Das Mönchentor - von verschiedenen Baustielen geprägt

Das ursprünglich im gotischen Stil errichtete Mönchentor wurde im 16. Jahrhundert im Stil der Renaissance erneuert. In den Jahren 1805 und 1806 wurde nach den Plänen von Gustav Schadelock, einem Rostocker Universitätsprofessor und Architekten, auf dem Fundament des alten Bauwerks ein neues Tor errichtet. Das neue Tor zeigt mit Wandpfeilern, Attika und Empirevase auf dem Dach einige der typischen Merkmale des klassizistischen Baustils.

Im Obergeschoss des Mönchentors wohnte der Strandvogt. In seiner Wohnung wurde im Jahr 1825 Ferdinand Müller geboren, der als Geograf und Botaniker in Australien weltweite Berühmtheit erlangte. Neben der geografischen Beschreibung des Kontinents beschäftigte sich Ferdinand Müller vor allem mit der Flora Australiens. So gründete er beispielsweise den botanischen Garten in Melbourne. Ihm ist es zu verdanken, dass der Eukalyptus über die Grenzen Australien hinaus bekannt wurde.

Das Mönchentor nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem das Mönchentor im Gegensatz zur Großen Mönchenstraße nahezu unbeschädigt blieb, wurde das Strandtor als Wohnraum genutzt. Alle anderen Strandtore wurden entweder durch den Krieg so stark beschädigt, dass sie abgerissen werden mussten, oder waren für den sich immer weiter entwickelnden Straßenverkehr einfach ein zu großes Hindernis, was ebenfalls zum Abriss führte. Das Mönchentor, das damals schon zu einem Wohngebäude umgebaut worden war, blieb somit als einziges ehemaliges Strandtor der Hansestadt Rostock erhalten.

In Zeitraum von 1990 bis 1992 erfolgte unter Leitung der Rostocker Architekten Ulrich Hammer und Dieter Jastram die Sanierung des Mönchentors, bei der keine weiteren architektonischen Veränderungen am Bauwerk vorgenommen wurden. Nach der Sanierung nutzte lange Zeit der Kunstverein zu Rostock die Räumlichkeiten des Tores für Ausstellungen, Galerien und Gesprächsrunden für Kunstinteressierte. Seit dem Jahr 2010 ist das Amt für Kultur und Denkmalpflege als Teil der Stadtverwaltung der Hansestadt Rostock neuer Hausherr im Mönchentor.

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Bildquellen:

Mönchentor in Rostock. Fotograf: Darkone via Wikimedia Commons. CC BY-SA 2.5

Rostocker Ansicht von Norden mit Versen von Hans Sachs um 1550, gemeinfrei 

Rostocker Mönchentor

Strandstraße 98,
18055 Rostock

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