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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Die Seemannskirche in Prerow

Die Seemannskirche in Prerow

Gunnar Müller

Richtungsweiserin am Meer

Vorläufer der Prerower Seemannskirche war eine Kirche, die zum Zisterzienserkloster Neuenkamp (einem heutigen Stadtteil von Franzburg in Vorpommern) gehörte. Die Zisterzienser waren ein in Frankreich (Kloster Citeaux) entstandener Reformorden, der sich vor allem in Deutschland stark ausbreitete und von Papst und Bischöfen beauftragt wurde, die Gebiete östlich des damaligen deutschen Reichs zu missionieren. Die Stelle, an der die Mönche die Kirche errichteten, nannten sie „Kirchenort", ein Name, der sich bis heute erhalten hat.

In ihrer heutigen Form entstand die Kirche in den Jahren 1726-1728. Inzwischen war Vorpommern protestantisch geworden und das Gotteshaus diente der evangelischen Pfarrgemeinde, die mehrere Dörfer der Umgebung umfasste. Den Namen Seemannskirche bekam sie, weil die Kirchenbesucher über viele Jahrzehnte vor allem Seeleute und ihre Angehörigen waren, aber auch, weil der Kirchturm den Seefahrern, die in den Prerowstrom einfahren wollten, als Orientierungspunkt diente.

Der Turm wurde 1727 ganz aus Holz errichtet, steht für sich und hat keinen Zugang zum angrenzenden Kirchenschiff. Dieses wiederum war früher einmal ein Fachwerkbau und besteht inzwischen ganz aus rotem Klinkerstein.

Im Kircheninnern zieht ein im spätbarockem Stil geschnitzter Altar, in den zugleich eine Kanzel integriert ist, den Blick auf sich. Rechts daneben steht ein in ebensolchem Schnitzwerk errichteter Taufaltar. Dessen aufwendige Verzierungen, Reliefs und Farben würde man in einer nordisch geprägten protestantischen Kirche nicht vermuten.

Dass es sich um eine Seemannskirche handelt, wird auch durch einige Schiffsmodelle deutlich, die als Votivgaben offen oder hinter Glas das Kircheninnere zieren. Von außen um das Kirchenschiff gruppieren sich hoch aufgerichtete Grabsteine von wohlhabenden Verstorbenen aus der Pfarrei. Im weiteren Umfeld wird die Kirche von einem in die Landschaft integrierten kleinen Park umschlossen.

Immer noch im Besitz der evangelischen Pfarrei, wird die Kirche heute für protestantische und katholische Messfeiern, aber auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

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Fotos: Rita Dadder

Die Seemannskirche in Prerow

Kirchenort 1
18375 Ostseebad Prerow

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