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Tatjana Geringas
Fantasie in Blau
Erzählungen


Gefühlvolle Erzählungen einer großen Pianistin
Tatjana Geringas’ Erzählungen handeln vom Einfachsten und Natürlichsten: vom Leben – und den Krisen und Schicksalsschlägen, die es für uns bereithält. Von Wendepunkten, Flucht, Verlust und Tod.
Da ist Anna, die bildende Künstlerin, die erst ihren Vater verliert und später das eigene Kind; Alexej, den die Mutter gern als großen Pianisten sehen würde, der selber aber lieber Pilot sein möchte; oder Mela, die ihrem Idol, der berühmten Sängerin Miriam Jones, zu allen Konzerten nachreist, um am Ende tief vom Wesen der Diva enttäuscht zu werden …
Doch ganz gleich, von welchen kleinen und großen Vorgängen des Lebens Tatjana Geringas uns erzählt, die Musik bleibt steter Bezugspunkt ihrer einfühlsamen Geschichten.

Ordnungsamt Stralsund

Ordnungsamt Stralsund

Sandra Pixberg

Entmachtung auf Kosten der Armen

Ein wahres Kuriosum ist im Ordnungsamt versteckt. Während der Öffnungszeiten (Mo, Di, Do, Fr 8–12 Uhr u. Di 13–18, Do 13–16 Uhr) kann man durch das Haupthaus in den stillen Innenhof gelangen. Zwischen hohen Fassaden steht hier die Kapelle St. Annen und Brigitten. Zu der Geschichte gibt es mehrere Versionen. Eine davon: Hans Bure spendete sein Haus 1480 „den armen Jungfrauen“, Nonnen des Augustiner-Ordens. Die Orden in der Stadt kümmerten sich unter anderem um sozial Benachteiligte. Diese mildtätigen Aufgaben wurden von der gehobenen Schicht traditionell mit Schenkungen und Spenden finanziert. So hatten beispielsweise das St. Johannis-Kloster, das St. Katharinenkloster und das St. Mariakron-Kloster des Birgitten-Ordens Bestand. Durch die Aufklärung des, 1523 auf der Flucht in Stralsund gestrandeten, Christian Ketelhot (1492–1546) bekannten sich die Mitglieder der Bürgerschaft und des Rates zum Protestantismus. Im Zuge der Neuordnung im Stralsunder Rathaus beorderte die Bürgerschaft 1525 die Armen in die Nikolaikirche, um diejenigen zu kennzeichnen, denen das Betteln erlaubt werden sollte. Aus einem Tumult heraus eskalierte die Situation und wurde zum Stralsunder „Kirchenbrechen“. Dabei wurden viele Klöster und Kirchen geplündert und beschädigt. Das Mariakron-Kloster wurde zerstört. Die Birgitten fanden Unterschlupf im St. Annenstift, weshalb die Kapelle heute als St. Annen und Brigitten bezeichnet wird. Da der Neubau der Kapelle (Anfang 16. Jahrhundert) nicht geweiht ist, können darin heute standesamtliche Hochzeiten beschlossen werden.

Weitere Informationen:

Ordnungsamt

Schillstraße 5–7

18439 Stralsund

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Textquelle:

Pixberg, Sandra: Stralsund: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, Reiseführer, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag, 2019.

Bildquelle:

Ebd.

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Schillstraße 5–7
18439 Stralsund

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