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Karlheinz Fingerhut 
Kennst du Franz Kafka?

Was für ein komischer Kauz muss dieser Kafka wohl gewesen sein, dass kaum ein Lehrer so recht weiß, wie ihn vermitteln. Dabei ließen sich Kafkas Texte mit Träumen vergleichen, und die kennt doch jeder.
Karlheinz Fingerhut ermöglicht in diesem Buch einen leichteren Zugang zum Menschen Kafka und zu seinen teils verwirrenden Werken.

Loitz

Loitz

Dörte Suhling

Vorpommersches Landschaftsidyll an der Peene

Hafen mit Kornspeicher
Hafen mit Kornspeicher

Wer es typisch vorpommerisch liebt, ist in Loitz genau richtig. Die Kleinstadt liegt an der Peene, fast mittig zwischen den Hansestädten Greifswald und Demmin. Loitz ist Verwaltungssitzes des Amtes Peenetal im Westen des Landkreises Vorpommern-Greifswald und gehört zu den ältesten Städten Vorpommerns. Der historische Altstadtkern aus dem 13. Jahrhundert mit der teilweise erhaltenen Stadtmauer versprüht keinerlei Anzeichen von Großstadthektik oder Unruhe.

Der Flusslauf der Peene dominiert diese naturparadisisch anmutende Landschaft. In dieser typisch „pommerschen Weite“ mit unberührter Natur, klarem Wasser und seltenen Tier- und Pflanzenarten fühlen sich Wasserfreunde und Angler, aber auch die knapp 4 300 Einwohnerinnen und Einwohner von Loitz sichtlich wohl. Seit 2006 können Boote auch an der neuen Marina anlegen.

Woher Loitz seinen Namen hat

Slawischer Bohlenweg in Loitz
Slawischer Bohlenweg in Loitz

Wie viele der Ortsnamen in Vorpommern ist der Name der Kleinstadt Loitz wahrscheinlich slawischen Ursprungs. Der Historie nach wurde ein Dorf mit dem Namen „Losice“ erstmals im Jahre 1170 urkundlich erwähnt. In der Sprache der damals hier lebenden Westslawen, dem Polabischen, bedeutet „Losicat“ so viel wie „Elch“, was darauf hindeutet, dass im 12. Jahrhundert in dieser Region auch Elche lebten. Die erste slawische Siedlung wurde in der Region um Loitz allerdings schon im 10. Jahrhundert nachgewiesen.

Zwischen Rügen, Pommern und Mecklenburg

Die Geschichte von Loitz ist geprägt von einem ständigen Wechsel der Zugehörigkeit zum Fürstentum Rügen, den Pommernherzögen und den Fürsten von Mecklenburg. Im Jahr 1242 erhielt Loitz das lübische Stadtrecht und wurde damit auch erstmals urkundlich erwähnt. Erst seit Mitte des 14. Jahrhunderts gehörte die Kleinstadt dauerhaft zum Herzogtum Pommern-Wolgast, nachdem Barnim III., Herzog von Pommern-Stettin (vor 1300–1368) 1351 in der Schlacht am Schoppendamm während des Zweiten Rügischen Erbfolgekrieges das Heer besiegte.

Die Stadt Loitz entwickelte sich fortan zu einem wirtschaftlich aufstrebenden regionalen Handels- und Handwerkszentrum mit verschiedenen Marktrechten. Mitte des 16. Jahrhunderts leben in der vorpommerschen Kleinstadt etwa 500 Menschen.

Die Schweden kommen

Gesamtansicht von Loitz
Gesamtansicht von Loitz

Nachdem mit Herzog Bogislaw XIV (1580–1637) in Stettin der letzte pommersche Herzog verstorben war, wurden alle ehemals pommerschen Güter 1638 von den Schweden beschlagnahmt und an das schwedische Militär verteilt. Das Amt und die Stadt Loitz wurden von dem Axel Lillie (1603–1666), einem General, verwaltet, der zeitweise auch den ganzen vorpommerschen Teil von Pommern regierte. Wie der größte Teil Vorpommerns stand Loitz bis 1815 unter schwedischer Verwaltung.

Loitz kommt zu Preußen

Nach den Beschlüssen des Wiener Kongresses gehörte Loitz ab 1815 zu Preußen und wurde dem Regierungsbezirk Stralsund zugeordnet. Die Einwohnerzahl der Stadt hatte sich durch die Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts stark verringert. Bereits 1818 verlor Loitz den Landkreisstatus an Grimmen, was den Status der Kleinstadt nicht unbedingt verbesserte.

1833 siedelten sich auch in Loitz erste Industriebetriebe an. So entstanden z. B. eine Glashütte, eine Mühle und eine Stärkefabrik, eine Kalkbrennerei sowie ein Dübelwerk. Auch die erste Schule der Stadt wurde Mitte des 19. Jahrhunderts eröffnet. 1887 wurde die Freiwillige Feuerwehr und 1898 die erste Stadtsparkasse gegründet. Die Einwohnerzahl von Loitz stieg Ende des 19. Jahrhunderts auf knapp 4 000 Menschen an.

Die historische Altstadt

Die historische Altstadt von Loitz mit einem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Straßennetz ist geprägt von der St.-Marien-Kirche, die 1299 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die dreischiffige Hallenkirche wurde aus Feldstein und Backstein gebaut und später verputzt. Die Kirche wurde ab 1600 mehrfach umgebaut und ergänzt. Heute kann man in der Kirche einen barocken, um 1720 von dem Stralsunder Bildhauer Elias Keßler (1685–1730) gefertigten Altaraufsatz und eine Kanzel aus Granit besichtigen. Die Orgel der Kirche wurde von der Firma Kemper aus Lübeck 1941 eingebaut. Zum Kirchengeläut gehören zwei noch erhaltene Bronzeglocken sowie drei kleine Zimbeln.

Das Loitzer Schloss fand um 1314 erstmals urkundliche Erwähnung und spielte während der Rügischen Erbfolgekriege als Festungsanlage eine wichtige Rolle. Die um 1886 gebaute Drehbrücke über die Peene wurde erst im Jahr 2012 durch eine neue und moderne Klappbrücke ersetzt.

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Bildquellen:

Rathaus der Stadt Loitz (MV) Von erell - Eigenes Werk, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20...

Slawischer Bohlenweg in Loitz Von Chron-Paul - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24...

Gesamtansicht von Loitz aus der Stralsunder Bilderhandschrift Von unbekannter Künstler - Stralsunder Stadtarchiv, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23...


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17121 Loitz

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